Begegnung gestalten – Menschen begleiten

Fortbildungsreihe "Ehrenamtliche im Besuchsdienst"

09.30 Uhr
Haus der Kirche und DiakonieBohlenstiege 3448565  Steinfurt

Sie schenken Zeit. Sie hören zu. Sie sind da. Im Besuchsdienst begegnen Sie Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen – zu Hause, im Altenheim oder im Hospiz. Sie teilen Lebensgeschichten, erleben Dankbarkeit und Nähe, aber auch Abschied, Verlust und offene Fragen. Dieses Engagement ist wertvoll und zugleich anspruchsvoll.

Die Fortbildungsreihe dient der Qualifizierung und Stärkung ehrenamtlich Engagierter sowie derjenigen, die sich für eine solche Tätigkeit interessieren und hineinschnuppern möchten. Ziel ist die Erweiterung kommunikativer, sozialer und personaler Kompetenzen im Besuchsdienst. Sie erhalten fachliche Impulse, reflektieren Ihre Rolle zwischen Nähe und Abgrenzung und entwickeln Handlungssicherheit für unterschiedliche Begegnungssituationen.

 

Modul 1: Eröffnungsmodul – Besuchen und Gespräche führen
Mittwoch, 09. September 2026 | 9.30–13.00 Uhr

Im Mittelpunkt stehen die Grundlagen gelingender Kommunikation im ehrenamtlichen Besuchsdienst: Begegnen – hören – kommunizieren. Sie setzen sich mit der Frage auseinander, wie Begegnungen bewusst gestaltet werden können und aktives Zuhören Vertrauen wachsen lässt.

Die Teilnehmenden arbeiten an konkreten Situationen aus ihrer eigenen Praxis. Typische Gesprächssituationen werden aufgegriffen: Wie beginne ich ein Gespräch? Wie gehe ich mit Schweigen um? Wie reagiere ich auf schwierige oder unerwartete Aussagen?

Fachliche Impulse zur Gesprächsführung, angeleitete Reflexion, Austausch im Plenum und in Kleingruppen, praxisnahe Rollenspiele sowie humorvolle und kreative Zugänge zur Vertiefung der eigenen Erfahrungen gestalten das Modul abwechslungsreich. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, eigene Beispiele einzubringen.

Sie

  • erweitern Ihr Verständnis grundlegender Kommunikationsprozesse,
  • stärken Ihre Fähigkeit zum aktiven Zuhören,
  • gewinnen Sicherheit in unterschiedlichen Gesprächssituationen,
  • reflektieren Ihre Haltung und Rolle im Besuchsdienst,
  • vertiefen Ihre ehrenamtliche Tätigkeit durch bewusste Selbstreflexion.

 

Modul 2: Trauerwege und Trostwege in der ehrenamtlichen Tätigkeit des Besuchsdienstes
Mittwoch, 16. September 2026 | 9.30–13.00 Uhr

Wer Menschen zu Hause besucht, erhält Einblick in persönliche Lebensgeschichten. Häufig sind diese geprägt von Verlusterfahrungen – dem Tod von Ehepartnern, Kindern oder Freunden, dem Verlust von Gesundheit oder Selbstständigkeit.

Ein Besuch allein kann bereits bedeuten, dass ein Mensch gesehen wird und sich wieder als Teil einer Gemeinschaft erlebt. Damit kann eine Begegnung selbst schon zu einem ersten Schritt auf einem Trostweg werden.

In diesem Modul lernen Sie ausgewählte Modelle von Trauerprozessen kennen und reflektieren deren Bedeutung für Ihre Praxis. Darüber hinaus beschäftigen Sie sich mit der Frage, wie Trost entstehen kann – nicht durch schnelle Antworten, sondern durch achtsame Präsenz, gemeinsames Erinnern und respektvolles Mitgehen.

Fachlicher Input zu Trauermodellen, Fallarbeit aus der Praxis, moderierter Erfahrungsaustausch, angeleitete Reflexion der eigenen Haltung sowie gemeinsame Entwicklung konkreter Handlungsideen wechseln einander ab.

Sie

  • erwerben Grundlagenwissen zu Trauerprozessen,
  • entwickeln Sensibilität für unterschiedliche Formen von Verlust,
  • erkennen die Bedeutung von Dasein / Präsenz und Zuhören als Form von Trost,
  • stärken Ihre Sicherheit im Umgang mit trauernden Menschen,
  • entwickeln eigene Ideen für eine achtsame Begleitung.

 

Modul 3: Spiritualität im ehrenamtlichen Besuchsdienst
Mittwoch, 23. September 2026 | 9.30–13.00 Uhr

Im Besuchsdienst können Fragen nach Glauben, Zweifel und Hoffnung auftauchen. Manchmal werden Ehrenamtliche um ein Gebet gebeten oder erleben, dass Menschen über ihre Beziehung zu Gott sprechen möchten.

In diesem Modul bedenken wir gemeinsam die Frage nach Gott und Spiritualität im Kontext des Besuchsdienstes. Sie reflektieren Ihre eigene Haltung, setzen sich mit möglichen Unsicherheiten auseinander und können mit anderen in den Austausch treten. Ziel ist es, eine angemessene, respektvolle und authentische Form des Umgangs mit spirituellen Themen zu entwickeln.

Es kann für besuchte Menschen tröstlich und stärkend sein, gemeinsam ein Vaterunser oder ein Segensgebet zu sprechen. Gleichzeitig braucht es Sensibilität und Freiwilligkeit.

Impulsreferate, Einzel- und Gruppenreflexion, Austausch über konkrete Situationen aus der Praxis, Übungen zur Gesprächsführung in spirituellen Kontexten sowie gemeinsame Erprobung ausgewählter liturgischer Elemente zeichnen die methodische Vielfalt dieses Moduls aus.

Sie

  • reflektieren Ihre persönliche spirituelle Haltung,
  • gewinnen Sicherheit im Umgang mit Fragen nach Glauben und Zweifel,
  • entwickeln Sensibilität für Grenzen und Freiwilligkeit,
  • erweitern Ihre Kompetenz im respektvollen religiösen Dialog,
  • stärken Ihre Authentizität im spirituellen Begleiten.

Hinweis zur Teilnahme
Die Fortbildungsreihe ist als zusammenhängende Qualifizierung konzipiert. Im Idealfall nehmen Sie an allen drei Modulen teil, da die Inhalte aufeinander aufbauen und so eine ganzheitliche Vertiefung ermöglichen. Eine Teilnahme an einzelnen Modulen ist bei Interesse jedoch ebenfalls möglich.

Kosten

Die Teilnahme ist kostenfrei, da die Fortbildungsreihe durch die Ehrenamtsförderung des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken ermöglicht wird.

ReferentIn

Martina Espelöe

Superintendentin a.D., Supervisorin, Mediatorin, Dipl. Sozialpädagogin

Anmeldung

Inge Laukamp

Synodalbüro des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken

st-bildung@ekvw.deTel. 01573 2479826Bohlenstiege 34, 48565 Steinfurt

Anmeldung bis 7. September 2026 

zur AnmeldungEs sind noch Plätze verfügbar

Bildnachweis: Jacob Wackerhausen