Begegnungsclownerie
Aufbaukurs 2027 - Clownsbesuche im Alten- und Pflegeheim
Kaum haben sie in ihrer farbenfrohen Kleidung den Raum betreten, erklingt ein Lied, huscht ein Lächeln über ein Gesicht, treffen sich Augenpaare. Vielleicht entsteht ein kleines Spiel, ein gemeinsames Lachen oder ein stiller Moment voller Nähe.
Begegnungsclownerie braucht keine große Bühne. Sie entsteht im Flur, im Wohnbereich oder am Bett – überall dort, wo Menschen einander begegnen.
Als Clown* unterwegs
Clown*s begegnen der Welt mit Staunen, Neugier und Spielfreude. Sie stolpern, scheitern, improvisieren, zeigen Gefühle und machen aus allem ein Spiel. Sie müssen keine gute Figur abgeben. Gerade ihre Unvollkommenheit, ihre Offenheit und Verletzlichkeit machen sie menschlich und nahbar.
Ihr ganzes Spiel zielt auf die Begegnung mit anderen. Dabei nehmen sie ihre Gegenüber ernst, mit allem, was diese mitbringen: Lebensfreude und Traurigkeit, Erinnerungen und Sehnsüchte, Stärke und Beeinträchtigungen.
Die Bewohner*innen selbst entscheiden mit ihrem Blick, ihrer Reaktion, ihrer Freude oder auch ihrem Nein, ob und wie ein Spiel entsteht. Die Clownfigur lässt sich darauf ein – aufmerksam, respektvoll und offen für das, was sich im Augenblick entwickelt.
Die eigene Clownsfigur entwickeln, ins Spiel kommen
In diesem Aufbaukurs vertiefen Sie Ihr Clownspiel und entwickeln Ihre eigene Clownsfigur weiter. Mit den künstlerischen Mitteln des Clowntheaters erarbeiten Sie kleine Szenen und Routinen, entdecken neue Spielmöglichkeiten und erweitern Ihr Ausdrucksrepertoire.
Lieder, Stimme, Körpersprache, Musik, Objekte und Requisiten werden zum Ausgangspunkt überraschender Spielsituationen. Nach und nach füllt sich Ihr persönlicher Clownkoffer – mit kleinen Geschichten, vertrauten Melodien, spielerischen Ideen und Dingen, die Begegnungen ermöglichen.
Sie üben das Zusammenspiel im Duo, improvisieren und erproben, wie sich vorbereitete Szenen in lebendige Begegnungen verwandeln. Denn nicht alles lässt sich planen. Manchmal entsteht das schönste Spiel gerade dann, wenn etwas schiefgeht.
Mit Menschen spielen, nicht für sie
Wie gelingt ein Clownsbesuch bei einem Menschen mit Demenz? Wie können Lieder Erinnerungen wecken, Gegenstände Neugier auslösen und kleine Gesten Verbindung schaffen? Was geschieht, wenn Worte fehlen, Gefühle aber lebendig bleiben?
Wir entfalten unser Clownspiel in den Begegnungen mit einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern im Zimmer und in gemeinschaftlichen Wohnbereichen. Dabei beziehen wir auch Angehörige und Pflegekräfte als mögliche Mitspielende oder Zuschauende ein.
Inhaltlich reflektierend beschäftigen wir uns mit Alter und Älterwerden, Demenz und anderen Krankheitsbildern, mit Biografie, Würde und Selbstbestimmung.
Auch die Haltung hinter dem Spiel kommt zur Sprache: Humor verbindet. Er lebt vom gemeinsamen Lachen auf Augenhöhe, nicht vom Spott oder vom Lachen über andere.
Drei Module, viel Spiel und Praxis
27.–30. Mai 2027 | „Horch, was kommt von draußen rein“
Die eigene Clownsfigur weiterentwickeln, ins Spiel kommen und Kontakt aufnehmen. Wir arbeiten mit Ausdruck, Bewegung, Stimme, Liedern und Objekten, entwickeln erste Routinen und beschäftigen uns mit Alter und Älterwerden.
1.–5. September 2027 | „Alles Gute dir, darum sind wir hier“
Gemeinsam spielen, improvisieren und Begegnungen gestalten. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel im Duo, die Weiterentwicklung kleiner Szenen und Routinen für die Clownbesuche im Alten- und Pflegeheim. Biografie, Demenz, andere Krankheitsbilder, Würde und Selbstbestimmung ergänzen die künstlerische Arbeit.
4.–7. November 2027 | „Mein Koffer voller Überraschungen“
Der eigene Clownkoffer füllt sich. Wir vertiefen unser Spielrepertoire, entwickeln Routinen weiter, experimentieren mit Objekten und verschiedenen Themen. Wir reflektieren die Erfahrungen aus der Praxis.
Humor, Clownsethik und die persönliche Haltung als Begegnungsclown* begleiten diesen Abschluss.
Praxisphase: Zwischen dem zweiten und dritten Modul finden begleitete Clownbesuche in Alten- und Pflegeeinrichtungen in Burgsteinfurt statt.
Jedes Modul beginn um 10 Uhr und endet um 13 Uhr.
Was Sie erwartet
Viel Clownspiel, Bewegung, Improvisation und gemeinsames Ausprobieren. Raum für Kreativität, für das Scheitern und Wiederaufstehen, für überraschende Entdeckungen und persönliche Entwicklung.
Denn Clownerie fordert uns heraus, Kontrolle loszulassen, uns mit unseren Gefühlen zu zeigen und dem Augenblick zu vertrauen. Darin liegt ihre besondere Kraft: Sie nimmt das Leben ernst, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen.
Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse in der Clownerie und Spielerfahrung
Referentinnen:
Die künstlerische und theologische Leitung liegt bei:
Gisela Matthiae, geb. 1959, promovierte Theologin, seit über 30 Jahren auch begeisterte Clownin, seit 20 Jahren bildet sie aus. Sie wohnt in Gelnhausen.
Sie spielt, singt, schreibt und forscht. Das Buch zum Kurs in der Verbindung von Clownerie, Humor und Spiritualität: „Wo der Glaube ist, da ist auch Lachen“. Clownerie für Leib und Seele, Freiburg/Br.(2013) 2019.
www.clownistin.de
Gabi Erne, geb. 1956, seit über 20 Jahren Clownin im Altenheim, Künstlerin, Playing Artist. Sie wohnt in Tübingen.
Bildungsurlaub: Gerne stellen wir Ihnen auf Wunsch ein individuelles Schreiben für Ihren Arbeitgeber aus. Sprechen Sie uns einfach an. Über die Gewährung entscheidet Ihr Arbeitgeber.
Kosten
1340,- € zzgl. Verpflegung, individuell organisierter Übernachtung und Anreise- und Abreise
Die 3 Module verstehen sich als Gesamtangebot.
Stornobedingungen:
bis 15.05.2027 kostenfrei, 16.05.2027: 70%, ab 20.05.207: 85%, ab 25.05.2027: 100% der Gesamtkosten
Wir empfehlen den Abschluss einer Seminarversicherung.
Anmeldung
Synodalbüro des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken
st-bildung@ekvw.deTel. 01573 2479826Bohlenstiege 34, 48565 Steinfurt30.04.2027
Bildnachweis: Gabi Erne

