Gedenken und Aufbruch, Ankerplatz und Horizont - Pilgern auf Hamburger Spuren
Eine fünftätige Entdeckungsreise zu den Wunden, Kraft-Orten und Hoffnungen der Hansestadt Hamburg
Was trägt uns, persönlich und als Gesellschaft? Wie gehen wir mit Erinnerung um, ohne in ihr stehen zu bleiben? Was bedeutet es, Geschichte nicht nur zu kennen, sondern Verantwortung aus ihr zu übernehmen? Und wie kann aus Erinnerung eine Kraft entstehen, die in die Zukunft weist?
Diese Reise stellt die Erinnerungskultur bewusst in den Mittelpunkt, als lebendigen, gesellschaftlich relevanten Prozess zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Hamburg wird dabei zum vielschichtigen Erfahrungsraum: Eine Stadt, in der religiöse Traditionen, historische Um-/und Aufbrüche sowie gesellschaftlicher Wandel besonders miteinander verwoben sind.
Die Reise ist ökumenisch ausgerichtet. Sie eröffnet unterschiedliche christliche Perspektiven, bringt evangelische und katholische Traditionen miteinander ins Gespräch und erweitert diesen Dialog bewusst durch die Begegnung mit jüdischem Leben heute. So entsteht ein Raum für Differenz, Verständigung und gemeinsame Verantwortung.
Die Reise im Überblick – Themen und Vertiefungen:
Mittwoch, 21.04.2027 – oben & unten
Der Auftakt führt in die historischen und theologischen Tiefenschichten Hamburgs.
In der St. Jacobi Kirche Hamburg begegnen Sie der reformatorischen Prägung der Stadt. Die evangelische Kirchengeschichte wird hier als Teil einer umfassenden europäischen Umbruchsgeschichte sichtbar, die Gesellschaft, Bildung und religiöses Selbstverständnis nachhaltig verändert hat.
Im Anschluss erweitert die St. Michaelis Kirche Hamburg die Perspektive. Als zentraler evangelischer Kirchenraum mit ausgeprägter öffentlicher Bedeutung steht sie zugleich für eine offene, dialogische Kirchenpraxis und ökumenische Anschlussfähigkeit. Die Spannung zwischen Krypta und Turm eröffnet einen Erfahrungsraum zwischen Endlichkeit und Weite, Erinnerung und Hoffnung.
Sie werden sowohl die bedeutsame Krypta von St. Michaelis besuchen als auch den Turm des „Michel“ in der Abendstimmung (ggfs. mit dem Aufzug) erklimmen.
Donnerstag, 22.04.2027 – Gemeinschaft & Vielfalt
Dieser Tag steht im Zeichen gelebter religiöser Vielfalt und ökumenischer Verbundenheit.
Im St. Marien-Dom Hamburg lernen Sie die katholische Tradition in ihrer historischen Entwicklung und heutigen Gestalt kennen. In der Reflexion mit den evangelischen Eindrücken des Vortages wird deutlich, wie sich unterschiedliche konfessionelle Prägungen gegenseitig bereichern. Der Dom wird dabei zum Ort einer bewusst reflektierten katholischen Identität im urbanen Kontext.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Reformjudentum und jüdischen Leben in Hamburg heute. Im Grindelviertel eröffnen sich Einblicke in religiöse Praxis, kulturelle Präsenz und gegenwärtige Herausforderungen jüdischer Gemeinden. Ein mögliches Gespräch mit einer Rabbinerin vertieft diesen Zugang und ermöglicht eine persönliche Begegnung.
Am Abend besuchen Sie gemeinsam im großen Saal der Elbphilharmonie ein klassisches Konzert und erleben einen kulturellen Resonanzraum, in dem Musik als verbindende Sprache und Brückenbauerin erfahrbar wird.
Freitag, 23.04.2027 – Schuld, Verantwortung & Gedenken
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme bildet den inhaltlichen Schwerpunkt der Reise.
Hier wird Erinnerungskultur in ihrer ethisch-politischen Dimension konkret: Die Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen fordert dazu heraus, Geschichte nicht nur zu dokumentieren, sondern Verantwortung daraus abzuleiten. Erinnerung ist kein abgeschlossenes Kapitel, sondern eine fortdauernde Verpflichtung.
Die anschließende Reflexion und der Weg entlang der Elbe auf der Via Baltica eröffnen einen Übergang zwischen Konfrontation und Verarbeitung, zwischen historischem Wissen und persönlicher Aneignung.
Samstag, 24.04.2027 – Vergänglichkeit & Hoffnung
Auf dem Ohlsdorfer Friedhof, dem größten Parkfriedhof der Welt, wird Vergänglichkeit als universale menschliche Erfahrung thematisiert.
Eine interreligiöse Perspektive wird dort deutlich machen, wie unterschiedlich Religionen mit Endlichkeit umgehen und zugleich, wie sehr Fragen nach Sinn, Erinnerung und Hoffnung verbindend wirken können. Der Friedhof wird so zu einem Ort kultureller, spiritueller und existenzieller Reflexion. Ein Friedhof ist ein Ort der Erinnerungskultur par exellence, gibt Beispiele des Erinnerns durch Jahrhunderte, Kulturen und Religionen, nicht ohne die Frage an uns selbst zu richten: Wie wollen wir persönlich und als Teil einer Religion, Kultur, Gesellschaft und Zeit erinnert werden?
Im Nachgang haben Sie Zeit zur freien Verfügung.
Sonntag, 25.04.2027 – Segen & Weitergehen
Im Ökumenischen Forum HafenCity (10 Freunde | 1 Haus), deren Kapelle von 10 christlichen Konfessionen getragen wird, laufen die Erfahrungen der Reise zusammen.
Als Ort gelebter Ökumene und interkonfessioneller Offenheit und gesellschaftlicher Dialogkultur bildet das Forum den passenden Rahmen für den Abschluss. Im gemeinsamen Gottesdienst und Reisesegen werden die Themen der Woche aufgenommen und in eine Perspektive des Weitergehens überführt. Evtl. besteht die Möglichkeit zum Gespräch mit Mitarbeitenden und Vertretern der Hausgemeinschaft des Ökumenischen Forums.
Herzliche Einladung zur Teilnahme!
Treffpunkt
Mittwoch, 21.04.2027, 07:15 Uhr
Hauptbahnhof Münster (Eingangshalle, Café Krimphove)
Rückkehr: Sonntag, 25.04.2027, ca. 19:00 Uhr
Hauptbahnhof Münster
Kosten
830,- DZ (EZ-Zuschlag: 110,- €), zzgl. Verpflegung
Leistungen
•4 Übernachtungen im EZ/DZ mit Frühstück
•Zugfahrt 2. Klasse Münster Hbf. – Hamburg-Altona Bhf. und zurück
•Öffentlicher Nahverkehr in Hamburg
•Eintritte und Führungen, Honorare/Spenden für Gespräche, Konzertticket
•Reiseleitung
Stornierung
Ab 10.02.2027: 30% des Reisepreises, ab 24.02.2027: 50% des Reisepreises, ab 08.03.2027: 70% des Reisepreises, ab 31.03.2027: 90% des Reisepreises ab 07.04.2027 100% des Reisepreises.
Hinweis: Der Abschluss einer Reiserücktritts- bzw. Reiseabbruchversicherung wird empfohlen.
ReferentIn
Lisa Eiling-Wilke, Keramikmeisterin, Kirchenführerin im Bistum Münster, vielfältig aktiv in der kath. Kirchengemeinde St. Lambertus Ochtrup, theologisch, historisch und ökumenisch vielfältig interessiert & engagiert
Wolfgang Gerlach-Reinholz, Arzt für Allgemeinmedizin & Palliativmedizin, Prädikant in der Ev. Landeskirche von Westfalen für die Ev. Kirchengemeinde Ochtrup-Metelen, erfahrener Wanderer und Begleiter von Pilgertouren, theologisch, interreligiös und ökumenisch vielfältig interessiert & engagiert
Nachweis: S1 Geminie/Chat-GPT KI-generiert

