Neues Recht: Die Widerspruchslösung bei der Organspende

Warum Schweigen künftig eine Entscheidung ist. Ablauf, Ethik und rechtssichere Vorsorge

19.30 Uhr - 21.00 Uhr
Haus der Kirche und DiakonieBohlenstiege 3448565  Steinfurt

Würde ich meine Organe spenden? Was bedeutet ein Ja für mich – und was ein Nein?

Es sind Fragen, die wir gern auf später verschieben. Denn wer denkt schon gern daran, dass ein Unfall, eine Hirnblutung oder eine schwere Erkrankung das eigene Leben plötzlich beenden kann?

Doch gerade dann kann eine Entscheidung wichtig werden, die wir zu Lebzeiten treffen sollten, ja eigentlich müssten. Für einen schwer kranken Menschen kann eine Organspende die Chance auf Weiterleben bedeuten. Welche Verantwortung habe ich gegenüber Menschen, die auf ein Spenderorgan warten? Aber was bedeutet eine Organentnahme mit allem, was damit zusammenhängt, für mich?

Aktuell wird in Deutschland über die Widerspruchsregelung bei der Organspende diskutiert und vermutlich 2027 Gesetz.

Jeder Mensch gilt dann als Organspender, außer er hat der Spende widersprochen. Was bedeutet Selbstbestimmung, wenn ich mich nie dazu geäußert, nie entschieden habe? Die Rolle der eigenen Angehörigen beschränkt sich in der ohnehin belastenden Situation nur noch darauf, zu bezeugen, ob ein Widerspruch der verstorbenen Person bekannt ist. Um eine eigene Haltung entwickeln zu können, braucht es verlässliches Wissen: Was geschieht bei einer Organentnahme tatsächlich? Was bedeutet der irreversible Ausfall der Hirnfunktionen?  Unter welchen medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen ist eine Organspende möglich? Und wie wird sichergestellt, dass der Wille eines Menschen respektiert wird?

Der Abend verbindet verständliche medizinische und rechtliche Informationen mit ethischer Auseinandersetzung. Dabei geht es um persönliche Fragen und Auffassungen, die weit über die Organspende hinausreichen: Wann ist für mich ein Mensch tot, jenseits der gesetzlichen Regelungen?  Was bedeuten Solidarität und Verantwortung im möglichen Konflikt mit der Selbstbestimmung über den eigenen Körper? Wo liegen meine persönlichen Grenzen?

Es geht nicht darum, für ein Ja oder ein Nein zu werben. Beide Entscheidungen sind ethisch gleichwertig und verdienen uneingeschränkten Respekt. Ziel ist es, fundiertes Wissen zu erwerben, unterschiedliche Positionen und Argumente kennenzulernen, sie kritisch abzuwägen und auf dieser Grundlage eine eigene, begründete Haltung zu entwickeln.

Am Ende lautet die entscheidende Frage: „Will ich Organe spenden?“ und zusätzlich „Habe ich für mich eine bewusste Entscheidung getroffen und wo ist sie dokumentiert? Und wissen die Menschen, die mir nahestehen, was ich möchte?“

 

Kosten

7,50 €

ReferentIn

Wolfgang Gerlach-Reinholz

Facharzt für Allgemeinmedizin & Palliativmedizin

Anmeldung

Inge Laukamp

Synodalbüro des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken

st-bildung@ekvw.deTel. 01573 2479826Bohlenstiege 34, 48565 Steinfurt

bis 12.02.2027

zur AnmeldungEs sind noch Plätze verfügbar